
2025
42x59,4cm
Öl auf Buchbinder*innen Karton
Ausgestellt im International Community House (KCIF) Kyoto, 2025
Breaking Silence
Schweigen Brechen
Dieses Werk entstand aus einem inneren Kampf mit meiner eigenen Resignation. Ich wollte etwas erschaffen, fühlte mich aber resigniert und erschöpft. Also entschied ich mich, einfach anzufangen, ohne Druck oder Erwartungen an mich selbst. Es war meine erste Arbeit seit langer Zeit.
Ich setzte intuitiv einen Pinselstrich nach dem anderen, ohne zu wissen, wo es enden würde, bis ich eine Hand vor einem Gesicht sah und wusste: Das ist es. Für mich repräsentiert dieses Bild den inneren Kampf zwischen dem Wegsehen und der Entscheidung hinzusehen und irgendwie beides gleichzeitig zu tun.
,,Mein Mund weigert sich zu sprechen, mein Kopf verwehrt meinen Körper zu sprechen, einzig mein Körper verlangt zu sprechen.''
Das Einzige das ich wusste war, dass ich nur zwei Farben verwenden wollte: Rot und Blau. Rot steht für Stärke, Macht und Feminismus. Inspiriert haben mich die ,,Red Stockings", die 1975 den isländischen Frauenstreik organisierten und erfolgreich waren!
Was in der Welt passiert, die Kriege und Krisen, die mich fassungslos machen, bewegt mich zutiefst und das möchte ich durch meine Arbeit ausdrücken. Meine Kunst ist meine Art, mich dem Wegsehen zu verweigern und das sichtbar zu machen, was wir oft ignorieren oder wovor wir die Augen verschließen wollen. Sei es intersektionaler Feminismus, queere Rechte, die Rechte von BiPOC Personen oder der Kampf um Freiheit an Orten wie dem Iran, der Ukraine und anderen. Ich glaube, wenn es mich bewegt, bewegt es vermutlich auch andere. Mir geht es um Menschlichkeit und den Mut, diese auch tatsächlich zu zeigen,
damit wir nicht vergessen, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein.

Tear Apart
Zerissen
42x59,4 cm - 2025
Öl auf Buchbinder*innen Karton
Ausgestellt im International Community House (KCIF) Kyoto, 2025
Publiziert im britischen Magazin Anarkiss Ausgabe 11: "Bodies without
Permission", 2026
"Ich reiße an meinen Brüsten und schreie, weil ich mich dem Patriarchat nicht entreißen kann. Ich zerreiße mich zwischen dem, was ich bin und dem, was von mir erwartet wird."
Dieses Werk drückt den inneren Konflikt aus, der durch gesellschaftliche Erwartungen und
Einschränkungen entsteht.
„Ich bin kein Objekt. Ich bin kein Spiegel für eure Begierden! Ich bin Mensch!“
Es zeigt den inneren Kampf der Dualität: Das Bedürfnis, den eigenen Körper zu bewohnen und zu lieben, kollidiert mit dem Gefühl, darin gefangen zu sein - den ständigen Erwartungen einer patriarchalen Gesellschaft, der sexualisierten
Objektifizierung und entwürdigenden Bewertungen. Der Schrei wird zum Ausdruck des Wunsches nach Befreiung, während die Geste des Brustreißens das Gefangensein sichtbar macht.


Queerpain
50x70cm - 2026
Öl auf Buchbinder*innen Karton
Publiziert im britischen Magazin Anarkiss Ausgabe 11: "Bodies without Permission", 2026
Ich bevorzuge es, diese Arbeit für sich selber sprechen zu lassen.
Du Granate! - 2025
25 x 25cm


Geile Sau! - 2025
25 x 25cm

Du Sahneschnitte! - 2025
25 x 25cm

Geile Stute! - 2025
25 x 25cm
Sexismus in der Sprache
Sexism in the German language

Moralische Dissonanz
Der Ursprung dieser Arbeit liegt am Rand vom Gehsteig.
Dort lag eine Tasche, deren Inhalt komplett verstreut war: Knoblauch, Kartoffeln, eine Zitrone, Pflanzen, ein T-Shirt, eine Feder, eine Brille. Aber auch eine Spritze, Medikamente, eine Weinflasche, eine Gasfüllflasche, ein Lederlocher, Dokumente, ein verbrannter Zettel und die Telefonnummer einer Frau. Eine ganze Existenz, verdichtet an einem einzigen Ort.
Auf dem Weg zur Arbeit war diese Szenerie einfach extrem spannend. Ich habe ein Foto geknipst und lief weiter.
Erst in der Auseinandersetzung beim Malen, habe ich verarbeitet, was ich da eigentlich fotografiert hatte. Es war ein zutiefst intimer Moment, der mir im Vorbeieilen gar nicht bewusst war. Plötzlich kam die Sorge um die Person hoch: Was ist mit ihr passiert? Hätte ich zur Polizei gehen müssen?
Genau hier liegt die gesellschaftliche Tiefe der Arbeit. Wenn ich heute auf das fertige Gemälde blicke, ist es wieder derselbe Blick wie damals, als die Tasche auf dem Gehsteig lag. Doch dieses Mal fordert das Bild auf, nicht wegzusehen. Es drückt die Geschichte einer unbekannten Person aus, die ich selbst nicht erzählen kann. Es zeigt die Realität, die wir im Alltag gerne verstecken, weil immer alles perfekt sein muss.
2026
80x100cm
Oil on bookbinding board
Wie kann Solidarität existieren, wenn das kollektive Bewusstsein durch die Taktung des modernen Alltags fragmentiert wird? Dieses Werk hinterfragt die Bedingungen gesellschaftlicher Kohäsion unter dem Diktat permanenter Effizienz und verhandelt die fundamentale Dissonanz zwischen systemischer Funktionalität und intersubjektiver Verantwortung.



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