"Zeitgenössische Kunst braucht einen radikalen Wandel."
Colja Amare Liri

Künstlerisches Statement
Ich arbeite medienübergreifend von der Skulptur über die Ölmalerei bis zur Einbindung von Videoelementen und beschränke mich dabei konsequent auf die zwei Farben Rot und Blau. Meine Ausdrucksformen verändern sich im Dialog mit meinen Themen, doch diese reduzierte Farbwelt bleibt die verbindende Konstante.
Der Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die Wechselwirkung zwischen radikaler Introspektive und dem Blick nach außen. In den vergangenen Jahren habe ich mich auf die Malerei konzentriert, um diesen Prozessen Raum zu geben und dabei die Reibungsflächen zwischen individueller Autonomie und systemischer Prägung untersucht. Mein Fokus liegt dabei, geprägt von einer queer-feministischen Perspektive, auf der schleichenden Wirkung von Machtstrukturen, die nicht an äußeren Grenzen haltmachen, sondern sich tief in das Selbstbild, den Körper und die Wahrnehmung einschreiben. Die Wahl von Rot ist dabei direkt von der isländischen feministischen Protestbewegung Red Stockingsinspiriert, während das Blau auf rein intuitiver Ebene hinzukommt.
Meine Arbeit ist kein aktivistischer Auftrag, sondern mein persönliches Anliegen, die Wirklichkeit unter den Schichten verinnerlichter Systeme freizulegen und das Hinsehen als radikalen Akt der Selbstbehauptung und gelebten Solidarität zu begreifen.